Seelsorgeeinheit St. Märgen - St. PeterDas Klosterdorf St. Märgenwww.klosterdoerfer.deDas Klosterdorf St. PeterErzdiözese Freiburg

Bei der Klausur des Pfarrgemeinderates im vergangenen Herbst wurde über ein Jahresmotto für das Kirchenjahr 2019 gesprochen. Ein Vorschlag wurde aufgenommen und soll zum roten Faden in diesem Jahr werden: Wir wollen in unserer Seelsorgeeinheit „Lernorte des Glaubens“ in vielfältigen Formen ermöglichen.

Wer von uns ist nicht lebenserfahren? Zu dieser Lebenserfahrung gehört heute, dass man trotz alledem ein lebenslang Lernender bleibt. Manche sind sogar schon müde geworden, schon wieder etwas Neues dazu zu lernen. Doch die Welt verändert sich weiter – auch bei uns hier oben auf dem Hochschwarzwald. Immer wieder neue Erfindungen werden gemacht und bestimmen unseren Alltag. In den zurückliegenden Generationen galten der alte Hofbauer und die alte Hofbäuerin als lebenserfahrene Personen. Ihre über die Jahre erworbene Weisheit im alltäglichen Leben blieb maßgebend für die nächste Generation und ihre Worte wurden oft gehört. Dies spielte allerdings nur solange eine Rolle, wie die nachwachsende Generation den Lebens- und Arbeitsrhythmus der vorangegangenen übernommen hat. Inzwischen aber jagt eine Erneuerung die andere. Wir erleben im Zeitraum einer Generation, wie eine technische Erneuerung veraltet. Ein Kassettenrekorder ist längst veraltet.

Dass sich ständig etwas verändert und dass man ständig wieder etwas Neues hinzulernen muss, kennzeichnet unsere Lebenswirklichkeit. Dies gilt auch für unseren Glauben und für unsere religiösen Ausdrucksformen und Rituale. Vieles was über Jahrzehnte Bestand hatte und Verlässlichkeit garantierte läuft Gefahr, leer zu werden. Vieles unserer Glaubenstradition passt nicht mehr mit dem Lebensgefühl von heute zusammen. Tradition – es war immer schon so – trägt nicht mehr selbstverständlich. Auch für lebenserfahrene ältere Menschen bleibt manche Tradition eigenartiger weise leer.

Glaube wird und muss in solchen Veränderungszeiten auch auf den Prüfstand gestellt werden. Nicht zum ersten Mal in den zweitausend Jahren unserer Kirchengeschichte stellt sich die Frage: Was vom überlieferten Glaubensgut gibt noch Halt und Zuversicht? Was war ein momentanes geschichtliches Beiwerk und kann aufgegebenen werden, ja muss vielleicht aufgegeben werden, um zukunftsfähig zu bleiben? Darauf will eine Antwort gefunden werden, darüber ist zu diskutieren. Weit persönlicher ist die Frage: Wie trägt mein Glaube in diesen Zeiten der Veränderung und des Neuwerdens? Wie umschreibe ich heute, was ich mit Glaube meine? Was bräuchte ich selbst als neue Glaubensmotivation?

Ich lade Sie in diesem Jahr ein, auf ganz unterschiedliche Weise miteinander über unseren Glauben ins Gespräch zu kommen, dabei mehr über unsere Glauben zu erfahren und so Lernorte des Glaubens in vielfältigen Formen zu ermöglichen.

Ihr Pfarrer Klemens Armbruster

Bistum Aktuell

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